Hike 2016

31.05.2016 16:21 von Marian Janssen (Kommentare: 0)

48 Stunden Doppelkekse, Blasen und tolle Begegnungen

Bericht über den Hike des CVJM Winnenden 2016

Den Anstoß gab das gegenseitige Kennenlernen des CVJM mit einigen Jugendmitarbeitern der Kirchengemeinde Weiler zum Stein bei einem Regionentreff des EJW Waiblingen. So kam die Information über den Hike des CVJM zu uns nach Weiler und wurde im Jugendtreff vorgestellt. Es geht dabei um eine intensive Gruppenerfahrung, im Rahmen einer 48-stündigen Wanderung in Kleingruppen. Dabei wird so viel Luxus zurückgelassen, wie möglich. Das bedeutet keine elektrischen Geräte (mit Ausnahme von Taschenlampen und einem ausgeschaltetem Handy für den Notfall) und kein Geld. Alles was für die zwei Tage benötigt wird, muss von Anfang an mitgetragen werden, es gibt keinen Nachschub.

Wir aus Weiler zum Stein waren sofort Feuer und Flamme für die Idee und so standen am Mittwochnachmittag, den 04.05., sieben Weilermer am CVJM Haus in Winnenden, um gemeinsam mit den Winnender-Teilnehmern zum Hike zu starten. Nachdem alle Materialien verladen waren, fuhren wir zum CVJM Haus Sägemühle in Großerlach. Dies war der geplante Zielpunkt unseres Hikes. Insgesamt wollten drei Gruppen den Hike wagen, wir aus Weiler bildeten, zusammen mit einer Mitarbeiterin des CVJM, eine der drei Gruppen. Am Mittwochabend ging es neben dem gegenseitigen Kennenlernen um die Planung und das Packen aller Materialien, die wir für die folgenden beiden Tage benötigten. Dabei war es wichtig zwischen nützlichen, aber nicht unbedingt benötigten, Dingen und „Must Haves“ abzuwägen. Denn jedes Gramm, das wir einpackten, mussten wir in unseren Rucksäcken mitschleppen. So kamen wir zum Beispiel zu der Entscheidung, nahezu alle Lebensmittel einzupacken, aber keine acht Taschenlampen oder den Klappspaten. „Must Haves“ waren eine Wanderkarte, Toilettenpapier, Kompass, Klappsäge, Blasenpflaster, Boden- und Dachplane und einige Kleinigkeiten mehr.

Am Donnerstag hieß es dann Let’s Go: Um 6 Uhr klingelte der Wecker und nach dem Frühstücken und Verladen der Rucksäcke in die Autos der freiwilligen Fahrer, ging es los zum Ausgangspunkt unseres Hikes. Wir starteten in Kocherstetten, circa 40 Kilometer nördlich von Großerlach. Bei schönstem Wetter und Sonnenschein begannen wir gegen 8 Uhr unsere Wanderung in der Ortsmitte. Die Fahrer kamen extra aus Winnenden, um uns zu den Ausgangspunkten zu fahren. Alle acht Wanderer waren voller Elan und so suchten wir uns zu Anfang einen Weg an der Kocher entlang. Doch bald schon kam die erste Herausforderung: Der Fußweg endete und nur auf der anderen Seite des Flusses ging ein Wanderweg weiter. Eine Brücke war zu unserem Leidwesen nicht in Sicht. Es war also eine Entscheidung zu treffen; Wandern wir an der Autostraße entlang oder gehen lieber den anstrengenden aber direkteren und schöneren Weg durch die Wiese direkt am Fluß? Vor solche Entscheidungen stellte uns der Hike in den folgenden zwei Tagen oft. Sie gehörten zu den tollen Erfahrungen, die wir machen durften und am Ende kamen alle wohlbehalten an. Egal welchen Weg wir gewählt hatten. Aber natürlich gab es noch viel mehr tolle und aufregende Dinge zu erleben. Wir trafen hilfsbereite Menschen, die unsere Trinkflaschen auffüllten, sich Zeit für einen Plausch nahmen und uns mit Essen eindeckten. Wir sahen wohl sehr ausgehungert aus und so bekamen wir zum Auffüllen unserer Wasserflaschen auch noch Kekse und beim Fragen nach einer Übernachtungsmöglichkeit Gummibären und (6Liter) Saft geschenkt. Die wunderschön gelegene Streuobstwiese, auf der wir letztendlich übernachten durften, lag direkt am Wald und wir hatten keinerlei Probleme Sitzgelegenheiten und Feuerholz zu finden. An einem abendlichen Lagerfeuer ließen wir den anstrengenden Tag mit gegrillten Würstchen ausklingen. Der Abend endete mit einer kleinen Andacht, sowie gemeinsamen Singen. Man merkte jedem von uns die fast 25 Kilometer des ersten Tages an und wir waren froh, schnell ins Bett fallen zu können. Die Dachplane hatten wir zwischen drei Bäume gespannt und uns mit den Lumas und Schlafsäcken auf die Bodenplane darunter gelegt. Da wir oberhalb eines Sees lagerten und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war, war es durch die Kälte und Feuchtigkeit nur wenigen von uns möglich, gut zu schlafen. Denen mit guten und warmen Schlafsäcken. Trotzdem startete der Tag früh mit Sonnenaufgang und Vogelgezwitscher. Wir waren schon ein eingespieltes Team und nachdem alles wieder gepackt war, wanderten wir sehr zeitig los. Es war nochmal eine Distanz von knapp 25 Kilometern zu schaffen – mit mehr Anstiegen als am Tag davor. Nur durch viel gegenseitiger Motivation, zum Beispiel mit Doppelkeksen, schafften wir es immer wieder auf den schmalen und steilen Pfaden die Hügel nach oben. Aber alle hielten durch und halfen sich gegenseitig. Ob durch das Ausleihen von Schuhen oder das Verarzten bei einem Zeckenbiss. Die positiven Gefühle, das Gemeinschaftsgefühl und die Aussicht auf das Ziel überwiegten. So war die Freude auch riesig, als Großerlach auf unserer Wanderkarte immer näher rückte und wir das letzte Stück mal wieder querfeldein zurücklegten. Eine Abschlussandacht führte uns vor Augen, was wir die letzten Stunden gemeinsam geleistet haben und wie stark wir doch zusammengewachsen sind.

Als wir am Haus ankamen wurden wir freudig und mit sehr leckeren Pizzaschnecken begrüßt. Die Bilanz: Alle Blasenpflaster verbraucht, eineinhalb der sechs Brote übrig, ein Zeckenbiss und acht glückliche Gesichter. Die Freude es wirklich gemeinsam geschafft zu haben, wog alle Schmerzen auf. Es war eine Erfahrung, die uns deutlich bewusst machte, was es im Leben wirklich braucht und wie luxuriös wir eigentlich leben. Bewusst machte, dass man im Team viel mehr erreichen kann als alleine. Und bewusst machte, dass man Offenheit und Hilfsbereitschaft zurückbekommt, wenn man es selbst ausstrahlt. Alles in Allem ein voller Erfolg, der uns zudem als Gruppe viel näher zusammengebracht hat.

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